Brandschutz:
Wehren simulierten Großbrand in Eulsbach / Hohen Ausbildungsstand demonstriert
Dichter Rauch drang am Freitagabend aus dem Dach des Werkstattgebäudes
der Sägen- und Werkstattschleiferei Katzenmayer in Eulsbach. Zum Glück
für alle Beteiligten im Eckweg war es nur eine Übung. Der Rauch wurde
von Nebelmaschinen künstlich erzeugt, aber dennoch forderte die
spektakuläre Feuerwehrübung Einsatzleiter Dirk Fendrich alles ab.
Immerhin waren 60 Feuerwehrmänner- und Frauen aus vier verschiedenen
Wehren im Einsatz, deren jeweilige Aufgaben Fendrich koordinierte.
"Vermisste Personen" evakuiert
Insgesamt waren sechs Atemschutztrupps notwendig, bis alle Personen in dem verwinkelten und aus mehreren Räumen bestehenden Werkstattgebäude gefunden und ins Freie gebracht werden konnten. Dabei wurde auch der Einsatz einer Schleifkorbtrage notwendig, um eine Person aus dem ersten Obergeschoss zu retten. Die Freiwillige Feuerwehr aus Winkel bekämpfte den Brand von der Gebäuderückseite aus und hatte auch die Aufgabe übernommen, angrenzende Wohngebäude vor den Flammen zu schützen. Auch die Freiwillige Feuerwehr aus Lindenfels Mitte war im Einsatz, die aufgrund der Vollsperrung auf der Nibelungenstraße in Lindenfels ( dort wird aktuell ein Teil der neuen Teerdecke erneuert), eine weitere Anfahrt zum Unglücksort hatte. Aber das wäre bei einem echten Ernstfall am Freitag auch nicht anders gewesen.
Ein Helfer verletzt
Die Lindenfelser Drehleiter kam ebenfalls zum Einsatz und bekämpfte den Brand vom Hof des Nachbarhauses aus. Nach knapp 20 Minuten waren alle vermissten Personen gefunden, "Feuer aus," hieß es nach rund einer halben Stunde. Pech hatte bei der Übung ein Feuerwehrmann, der sich am Fuß verletzte und vorsorglich zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht wurde.
Die Übung, zu der auch Bürgermeister Michael Helbig in den Stadtteil gekommen war, zeigte einen hohen Ausbildungsstand bei den Lindenfelser Wehren. Zum Glück brennt es in Eulsbach nicht all zu oft, wobei sich die Arbeit einer Freiwilligen Feuerwehr natürlich nicht nur auf die reine Brandbekämpfung beschränkt.
Brennt es dann aber einmal, bleiben die schlimmen Bilder dann aber auch über Jahrzehnte in den Köpfen der Dorfbewohner.
Ältere Zuschauer der Übung berichteten von einem Mühlenbrand in den 1920er Jahren und einem Großfeuer auf einem Bauernhof in den 1930er Jahren. Ein Flächenbrand hielt die Feuerwehr vor einigen Jahren in Atem, konnte aber noch kurz vor dem Wald gestoppt werden. cs
(Bergsträßer Anzeiger, Montag, 06.06.2016)





