
Großübung aller Stadtwehren:Die Feuerwehren aus Lindenfels hatten sich ein schwieriges Übungsobjekt ausgesucht: Ein Gehöft an der Hauptstraße in Winterkasten "brannte lichterloh". Dicke Rauchschwaden traten aus dem Stall mit darin gelagertem Stroh aus. Die Feuerwehren unter Leitung des stellvertretenden Stadtbrandinspektors Matthias Pfeifer hatten alle Hände voll zu tun.
Knapp 80 Feuerwehrleute rasten zum Einsatzort. Matthias Pfeifer wies den Wagen und Wehren ihren Standort und Einsatzbereich zu. Schließlich musste das Areal von allen Seiten abgeriegelt werden, um ein Übergreifen des Feuers auf angrenzende Gebäude zu verhindern.
Angesichts der dichten Bebauung mit dem nur wenige Meter entfernten ehemaligen Schulhaus, einem unmittelbar sich anschließenden Nachbarhaus und dem Wohnhaus im Hinterhof bereitete die Ausgangslage einiges Kopfzerbrechen. Erschwerend kam hinzu, dass Personen in dem brennenden Objekt vermutet wurden.
Keine leichte Aufgabe, die die knapp 80 Frauen und Männer zu bewältigen hatten. Denn allen war klar, dass Stroh wie Zunder brennt. Zudem enthielt das Mauerwerk der Scheune leicht brennbare Materialien. Insofern war es ein Wettlauf gegen die Zeit.
Die Einsatzleitung musste weitere Faktoren beachten. So ist die Nibelungenstraße zwischen Lindenfels und Kolmbach derzeit wegen Bauarbeiten gesperrt, die Umleitung führt durch Winterkasten. Ergo musste für den Verkehr eine Lösung gefunden werden.
Den Feuerwehren teilte die Einsatzleitung ihre Aufgaben zu. Gerhard Kriegbaum, Werner Pfeifer und Markus Riegel fungierten als Abschnittsleiter. Die Lindenfelser Feuerwehr platzierte sich mit ihrer Drehleiter im Innenhof und setzte den Flammen vom Dach aus zu. Aus Mitgliedern anderer Feuerwehren rekrutierten sich die Atemschutzträger, die sich zur Rettung von Menschen und Tieren in das "brennende" Gebäude vorwagten.
Die ersten Hydranten waren in Windeseile angezapft, andere waren weiter entfernt. Die Glattbacher Feuerwehr fuhr den Röttweg hinauf und verlegte Schlauchwerk von dort aus. Die Hauptstraße glich dadurch eine Zeit lang einem Schlauchlabyrinth, das die vorbeifahrenden Pkw vorsichtig passierten.
"Es ist supergut gelaufen"

Erstmals in Aktion war der neue Einsatzleitwagen. Von hier aus koordinierte Matthias Pfeifer den Einsatz der nacheinander eintreffenden Feuerwehren. "Es ist supergut gelaufen", meinte er zufrieden und verwies auf eine weitere Besonderheit des Einsatzes: "Es ist jede Menge Wasser nötig, um das Feuer in einem solchen ländlichen Anwesen zu bekämpfen." In dieser Hinsicht gebe es in Winterkasten jedoch keine Probleme, da genug Wasser vorhanden sei.
Die Feuerwehrleute waren mit viel Engagement und Ausdauer bei der Sache. Die Arbeiten waren perfekt aufeinander abgestimmt, jeder Handgriff saß. Alles musste ganz schnell gehen. Trotz der insgesamt äußerst brenzligen Situation behielten die Beteiligten einen kühlen Kopf: "Wir im Einsatzwagen haben jederzeit gewusst, wo jeder einzelne Feuerwehrmann sich gerade aufhält und was er gerade tut", erläuterte Matthias Pfeifer.
Die umliegenden Gebäude wurden optimal geschützt, die Rettung der eingeschlossenen Menschen klappte einwandfrei. Selbst die Regelung des Verkehrs konnten die Wehren trotz der kritischen Ausgangslage und der erschwerten Bedingungen sicher meistern.
(Bergsträßer Anzeiger 09.09.2009)