
(Teil2)
Nach der Katastrophenschutzübung auf der Burg Lindenfels kamen die Führungskräfte im Feuerwehrhaus der Stadt zusammen. Dort dankte der Dezernent für Gefahrenabwehr beim Kreis Bergstraße, Gottlieb Ohl, den 250 zumeist ehrenamtlichen Helfern, die "eine Übung auf einem äußert schwierigen Terrain absolviert" hatten. "Sie haben die Herausforderung angenommen, und ihnen gilt mein allerhöchstes Lob", so Ohl.
Ihm sei bewusst, dass die Helfer wegen der Begleitumstände der Übung Kritik erhalten könnten, aber große Schadenslagen müssen auch auf dem Land realitätsnah geübt werden. "Wir haben schöne Städte fern der Zentren, und auch dort finden Veranstaltungen mit vielen Menschen statt", so Gottlieb Ohl.
Die Katastrophenschutzübung brachte für den Dezernenten und für den Lindenfelser Bürgermeister Oliver Hoeppner wichtige Erkenntnisse. Bei den nächsten Veranstaltungen auf der Burg würden weitergehende Überlegungen wegen der Sicherheit angestellt werden, als es bisher schon der Fall sei. Ohl sagte, dass zum Beispiel noch mehr fahrbare Krankentragen mit Luftreifen benötigt würden. Mit Hartplastikreifen über Kieswege zu fahren war weder für die Helfer noch für die "Verletzten" ein Vergnügen. "Wir üben, um solche Engpässe zu identifizieren und aufarbeiten zu können."
Mängel werden aufgearbeitet
Im Ernstfall sei bei einem solchen Einsatz auch für die Helfer die seelische Belastung hoch. Sie wie die Opfer könnten von den Notfallseelsorgern profitieren, die diesmal nur zuzuschauen brauchten. Die Seelsorger lobten aber die Mitglieder der Feuerwehren, die sich persönlich mit Zusprachen und beruhigenden Worten um Verletzte gekümmert hatten.
Bürgermeister Oliver Hoeppner hatte für die Übung gerne das Terrain der Burg zur Verfügung gestellt. Der Termin war gut gewählt, denn wegen der Brauchtumstage am Wochenende waren die ohnehin schmalen Zugangswege zur Burg bereits durch die ersten Marktbestücker teilweise blockiert. "Wenn Sie wieder den Bedarf an einer erschwerten Übung haben, steht Ihnen die Burg wieder zur Verfügung", bot Hoeppner Gottlieb Ohl an.
Wolfgang Hertting, der Leiter des Rettungsdienstes, und einige Notärzte betonten, dass an der schnellen medizinischen Versorgung und an einem noch schnelleren Abtransport der Schwerverletzten noch gearbeitet werden müsse. Wichtig sei eine klarere Kennzeichnung, wer wofür Ansprechpartner ist.
Kreisbrandinspektor Wolfgang Müller ist sich sicher, dass im Ernstfall noch konzentrierter gearbeitet wird. "Eine Übung ist anders als ein Einsatz", gab er zu bedenken. Der Kreisbrandinspektor hofft, dass mit der geplanten Einführung des Digitalfunks die Kommunikation unter den Rettungskräften noch leichter wird.





