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Mittwoch, 19. August 2015

Garant für eine große Zahl an Einsatzkräften

Jubiläum: Seit 40 Jahren gibt es die Jugendfeuerwehr in Schlierbach / Vor fünf Jahren wurden die Löschdrachen gegründet 

Schlierbach. Mit einem fröhlichen Festgottesdienst startete die Freiwillige Feuerwehr Schlierbach in eine Feierstunde und in einen gelungenen Festsonntag. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr und des fünfjährigen Bestehens der Kindergruppe mit Namen Löschdrachen wurde im Rahmen des legendären Spießbraten-Festes ordentlich gefeiert.  


Den Festtag eröffneten Pfarrer Martin Polivka und die Brass-Band "Gut druff" mit einem kleinen Gottesdienst, in dem viele fröhliche und schwungvolle Lieder gesungen wurden. Auch die geheime Hymne "Mer sin al vum Ourewoald" gehörte auch dazu.
"Ich weiß die Feuerwehren löschen nicht nur jedes Feuer, sondern sprichwörtlich auch den Durst", so Martin Polivka mit Blick gen Himmel. Pünktlich zum Fest der Schlierbacher Wehr öffnete der Himmel seine Schleusen und brachte viel Wasser auf die trockene Erde. "Eine Wohltat für alle Pflanzen und auch die Menschen", so seine Feststellung: "Das entlastet auch die Feuerwehr, denn die Waldbrandgefahr sinkt dadurch."

"Unser Pfarrer ist ein ausgebildeter Feuerwehrmann", gab später in der Eröffnung des offiziellen Teils Wehrführer Oliver Wolf bekannt und drückte seinen Wunsch aus, ihn für die Wehr gewinnen zu können.

Frauen bereiteten den Weg
Gewonnen hatte die Schlierbacher Wehr schon mehrfach. Zunächst, als sie vor 40 Jahren die Jugendfeuerwehr gründete. Sie ist ein Garant für eine stete gute Mitgliederzahl in der Einsatzabteilung. Heute haben sogar viele Vorstandskollegen der Schlierbacher Wehr ihre ersten Erfahrungen in der Jugendabteilung sammeln können.

Ein zweites Mal hat die Schlierbacher Feuerwehr gewonnen, als sich die Mitglieder nach ausgiebigen Diskussionen für die Aufnahme von Frauen in der Wehr entschlossen. "Das war 2008", erinnerte Wehrführer Wolf.
Mit den Frauen in der Wehr und einigen Satzungsänderungen, sowie Klärungen mit der Versicherung war dann der Weg frei für die Gründung einer Kinderfeuerwehr vor inzwischen fast sechs Jahren.
Auch in Schlierbach wurde damals erkannt, dass auch viele Kinder im Alter von unter zehn Jahren - ab diesem Alter dürfen sie Mitglied in der Jugendfeuerwehr werden - Interesse an den Brandschutzaktivitäten zeigen. Doch jüngere Kinder durften bis dahin nicht der Feuerwehr beitreten. Die Mädchen und Jungen suchten sich dann andere Hobbys. Damit waren viele Kinder für die Zukunft der Feuerwehr verloren. Das sollte sich also ändern.

Die Frauen innerhalb des Feuerwehrvereins besuchten Pädagogik-Kurse, den Kurs "Leitung einer Jugendwehr" und gingen mit Engagement an die Sache heran. Mit der Gründung der Gruppe der Löschdrachen war dann der Weg für die Kinder im Alter unterhalb von zehn Jahren frei für die Feuerwehr.
Wie Betreuerin Gabi Schneider weiter ausführte, wurde der Name der Kinderwehr auf das Nibelungenland bezogen. Gleich zu der ersten Veranstaltung kamen zehn Kinder, bis zum Jahresende zählte die Gruppe 16 Kinder. Heute gehören im Schnitt 20 bis 25 Kinder den Löschdrachen an.

In der Gruppe sind Schlierbacher Kinder, aber auch welche aus den benachbarten Ortschaften. Die ersten 15 Kinder konnten mit einer Vorausbildung auch schon in die Jugendabteilung wechseln. Am Wochenende wurden wieder fünf Kinder nach Erreichen des Mindestalters in die Jugendwehr aufgenommen. Stolz wechselten sie ihre roten Mützen gegen die soeben überreichten blauen Mützen der Jugendwehr.
"Bei der Kinderwehr und auch später bei der Jugendwehr lernen die jungen Menschen Freundschaft, Kameradschaft und Teamfähigkeit", führte Gabi Schneider weiter aus. Mit Spiel und Spaß gehe es an eine kindgerechte feuerwehrtechnische Ausbildung. "Wir üben die Brandschutzerziehung, beispielsweise das Absetzen des Notrufes", erklärte Gabi Schneider. Immer mit dabei ist die Handpuppe Feuerwehrmann Willi.
Einen kurzen Rückblick auf die Tätigkeit der Jugendfeuerwehr gab Jugendwart Boris Ihrig. Er erzählte von gemeinsamen Veranstaltungen in Schlierbach, von durchgeführten Ausflügen, der Teilnahme am Zeltlager und Wandertagen. Boris Ihrig berichtete auch von Höhen und Tiefen der Jugendwehr. Mal waren es sehr wenige Mitglieder und mal mehr. Die Löschdrachen helfen dabei, eine hohe Mitgliederzahl in den letzten Jahren zu halten.


Spieße drehten sich auf dem Spezialgrill
Nach der Feierstunde warteten alle Gäste gespannt auf den Spießbraten. Vor fünf Jahren wurde das letzte Mal der besondere Grill in Betrieb genommen und das örtliche Spezialgericht darauf zubereitet.
Aus Fleisch und Kartoffeln und einer speziellen Gewürzmischung von Inge Grosch werden 14 lange Spieße angefertigt. "Sie ergeben jeweils 14 gute Portionen", erklärte der Vorsitzende der Feuerwehr Arno Steinmann.

Sein Vater Georg Steinmann und Adam Schneider hatten diesen Grill in den 1970er Jahren gebaut. Die Spieße werden durch einen Motor gedreht. "Die Rüsselsheimer Firma Opel hatte damals die richtige Drehgeschwindigkeit der Spieße errechnet", erzählt Arno Steinmann. Die leckere Mahlzeit soll ja weder durchgegart sein, noch etwa innen roh und außen schwarz auf die Teller kommen.

Also drehten während der Feststunde 14 Spieße mit jeweils 14 Portionen langsam ihre Runden über der Glut und waren pünktlich zur Mittagszeit fertig gegart. "Das ist die maximale Kapazität, die wir anfertigen können", beteuerte Arno Steinmann. Er weiß, dass es auch vorkommen kann, dass nicht alle Gäste versorgt werden können. "Wenn die Portionen alle sind, sind sie alle". jhs

Glückwünsche und Ehrungen
Vom Kreisfeuerwehrverband überbrachte Kreisbrandinspektor Wolfgang Müller Grüße und Glückwünsche. Er dankte dem Betreuerstab bei den Löschdrachen und der Jugendwehr für ihren Einsatz.
Die Urkunde des Kreisfeuerwehrverbandes zum 40-jährigen Bestehen der Jugendwehr überreichte der Bezirksjugendwart Pierre-Andre Reising.

Zu den Gratulanten gehörten bei dieser Feierstunde Bürgermeister Michael Helbig, Stadtverordnetenvorsteher Rudi Schmidt, Ortsvorsteher Robert Gehrisch und der Vorsitzende der IMS Gilbert Rest.

Bei diesem Fest konnte für langjährige Mitgliedschaft in der Einsatzabteilung Werner Schneider und der langjährige Wehrführer Hilmar Rühl für ihre 40-jährige Dienstzeit geehrt werden. "Werner Schneider unterstützt mit besten Kräften und auch mit Sach- und Dienstleistungen die Feuerwehr", erklärte Wehrführer Oliver Wolf. Hilmar Rühl war viele Jahre sein Vorgänger als Wehrführer in der Schlierbacher Wehr.
Beide Kameraden erhielten die Anerkennungsprämie des Landes Hessen von Bürgermeister Michael Helbig. jhs


(Bergsträßer Anzeiger, Mittwoch, 19.08.2015)

Dienstag, 18. August 2015

Olympiade mit Sackhüpfen und Beutelweitwurf

Kinder: Feuerwehr-Nachwuchs aus dem Kreis traf sich zu einem Wettkampf mit Sport und Spiel 

Zu einer Kinder-Olympiade hatten die Schlierbacher Brandschützer Kinderfeuerwehren aus dem Kreis Bergstraße eingeladen. Willkommen war zudem auch eine Gruppe aus Weinheim.  


Insgesamt reisten die jüngsten Mitglieder aus sieben Feuerwehren in den Lindenfelser Stadtteil.
Da die Schlierbacher Kinderfeuerwehr bei der Kinder-Olympiade im vergangenen Jahr den Wanderpokal gewonnen hatte, war sie nun an der Reihe, das sportliche Event auszurichten.

Das passte jetzt ganz gut mit dem Festwochenende, das in Schlierbach gefeiert wurde, zusammen. So konnten am Samstagvormittag über 50 Mädchen und Jungen in Schlierbach willkommen geheißen werden. Für die Betreuer Elke Steinmann, Gabi Schneider, Beate Hoeppner und Claudia Emig begannen einige arbeitsintensive Stunden.

"Jede Gruppe hatte die Idee und Utensilien für eine Spielstation mitgebracht", berichtet Elke Steinmann. Sackhüpfen, Sandsackfüllen, Leinenbeutelweitwurf und einige Geschicklichkeitsspiele waren zu absolvieren. Mit Feuereifer waren die Kinder bei der Sache - es gab ja schließlich einen Wanderpokal zu gewinnen. Der ging am Ende bei der Siegerehrung nach Kirschhausen. Den zweiten Platz holte die Gruppe Gadernheim 1 und den dritten Platz die Gruppe aus Wattenheim.

Die Vorjahressieger hatten bei der starken Konkurrenz in diesem Jahr nicht die besten Chancen. Manche Kinder waren zwar enttäuscht, aber am Ende stand dann doch der Spaß an dem gemeinsamen Spiel mit Kindern aus anderen Feuerwehren im Vordergrund.

In den Pausen des Wettbewerbs konnten sich die Kinder bei Essen und Trinken austauschen und kennenlernen. jhs
(Bergsträßer Anzeiger, Mittwoch, 19.08.2015)