

Es ist geschafft: Nach vier Jahren Bauzeit und unzähligen Stunden ehrenamtlichen Engagements der Feuerwehr konnte nun im Rahmen des sommerlichen Spießbratenfestes das neue Feuerwehrgerätehaus seiner Bestimmung übergeben werden. Vorsitzender Arno Steinmann freute sich in seiner Begrüßungsrede sichtlich darüber, dass so viele Gäste nach Schlierbach gekommen waren, um gemeinsam diese neue Ära der Schlierbacher Feuerwehr zu feiern. Die offizielle Stunde nahm mit einer Abendandacht mit Pfarrer Wilfried Maier und der Segnung des Hauses ihren Anfang.
Ein bebilderter Rückblick
Einen Rückblick mit vielen Bildern hatten Arno Steinmann, Oliver Wolf und Oliver Hoeppner vorbereitet. Dabei wurde deutlich: Der Bau des Hauses wurde über einen sehr langen Zeitraum geplant.
Schon vor vielen Jahren wurde klar, dass das bestehende Gerätehaus, das aus zwei Garagen am Dorfgemeinschaftshaus bestand, nicht zukunftsfähig ist. Die erste Hürde, die Feuerwehr und Stadt zu nehmen hatte, war die Standortsuche. "Sechs Varianten waren im Gespräch", so Bürgermeister Hoeppner, darunter auch der Bolzplatz, auf dem das Haus nun gebaut wurde.
Erste Pläne zeugten von den beginnenden Überlegungen. Schließlich einigte man sich auf den Standort und Probebohrungen wurden durchgeführt. Da das Gelände am Fahlbach einen feuchten Untergrund hat, wurde das Gebäude auf 21 Betonpfähle gestellt.
Bilder erinnerten an die Ausschalungen und an das Ausgießen der Bodenplatte. Es folgten der Rohbau und dann die Dachkonstruktion. Bei den Gewerken des Innenausbaus waren nun die handwerklich interessierten Mitglieder der Feuerwehr gefragt.
In vielen Stunden ehrenamtlichen Einsatzes - auch der Frauen, die für die Verköstigung der "Hobby-Bauarbeiter" sorgten - nahm das neue Haus so langsam Form an. Ein Lob galt auch dem Architekten Thilo Sattler, der die Vorgaben der Stadt Lindenfels und die Ideen der planenden Feuerwehrkameraden akribisch umsetzte. Im Mai konnte dann der Umzug in das neue Gebäude vollzogen werden.
Drei Fahrzeugboxen, die auch zukünftigen Anforderungen standhalten können und moderne sanitäre Bereiche zeichnen das Haus aus. Hinzu kommen Räumlichkeiten für Schulungen und ein Büro. "Mit diesem Gebäude hat sich die Politik kein Denkmal gesetzt", machte Bürgermeister Oliver Hoeppner deutlich, "aber mit ihrer Eigenleistung hat sich die Feuerwehr Schlierbach ein Denkmal gebaut".
Damit sei "die Identifikation der Benutzer deutlich höher, als wenn sie ein Gebäude hingestellt bekommen", so der Rathauschef, der hofft, dass damit auch ein umsichtiger Umgang mit den Räumlichkeiten für die Mitglieder der Wehr selbstverständlich ist.
"Kräfte der ersten Minute"
"Die Freiwilligen Feuerwehren haben eine wichtige Aufgabe, sie sind die Kräfte der ersten Minute", machte Gottlieb Ohl, Dezernent für Gefahrenabwehr im Kreis Bergstraße, in seiner Festrede deutlich. Freiwillig übernehmen in Schlierbach 28 männliche und 5 weibliche Mitglieder der Einsatzabteilung die Aufgaben in der Brandverhütung, im Ernstfall in der Brandbekämpfung und bei technischen Hilfeleistungen.
Endlich ein geeigneter Rahmen
Dafür brauchen sie vernünftige Arbeitsbedingungen, die in Schlierbach lange nicht gegeben waren. "Vor dreißig Jahren begannen die ersten Überlegungen zum Bau des Gerätehauses", erinnerte Gottlieb Ohl.
Die ersten Planungen liegen auch schon 13 Jahre zurück, die Bewilligung von Zuschüssen zehn Jahre und der Spatenstich erfolgte vor vier Jahren.
Mit dem neuen Haus sei die Feuerwehr für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet. Auch könne sie sich jetzt besser um die Nachwuchsarbeit kümmern, weil die Voraussetzungen besser sind.
Über die besseren Arbeitsbedingungen der Feuerwehr freute sich auch Kreisbrandmeister Volker Steiger. Denn jetzt bestünden auch bessere Möglichkeiten für Schulungen der Einsatzkräfte und für die Ausbildung der Nachwuchskräfte. Das bestätigte auch der stellvertretende Stadtbrandinspektor Matthias Pfeifer. Der Ortsvorsteher Robert Gehrisch beglückwünschte nicht nur die Feuerwehrmitglieder zu ihren Eigenleistungen, sondern auch die Bürger. Eine gute Ausstattung der Feuerwehr verbessere schließlich auch ihren Brandschutz.
Ein Geschenk hatten die Mitglieder der Interessengemeinschaft Motorsport mitgebracht. Sie übernahmen an diesem Tag nicht nur den Thekendienst, sondern übergaben in der offiziellen Stunde auch eine Ruhebank, die ihren Platz vor dem Haus bekommen soll. (Bergsträßer Anzeiger 17.08.2010)