
Am vergangenen Freitag, 24.04.09 fand die Jahreshauptversammlung der Stadtwehren im Schlierbacher Dorfgemeinschaftshaus statt. Folgendes gab es zu berichten:
Zu 70 Einsätzen rückten die Feuerwehren aus Lindenfels und den Stadtteilen im vorigen Jahr aus. "Ein arbeitsreiches Jahr für die Feuerwehr ist abgelaufen", berichtete Stadtbrandinspektor Reinhard Fink.
Die Zahl der Brände ist im Verhältnis zu den letzten Jahren zwar gesunken - es waren 13 Brandeinsätze -, dafür erhöhte sich aber die Anzahl der technischen Hilfen. Zu den 30 Einsätzen dieser Art gehörten allein 13 Alarmierungen, um Schäden nach Sturm, Unwetter oder heftigem Regen zu beseitigen. Zu der Arbeit der Feuerwehren gehörten auch 27 Brandsicherheitsdienste. Insgesamt waren die Aktiven bei 1042 Arbeitsstunden im Einsatz.
Die Lindenfelser Feuerwehren umfassen 20 weibliche und 157 männliche Helfer. Die Jugendfeuerwehr als wichtiges Nachwuchspotenzial für die Einsatzabteilung umfasst 56 Jungen und 27 Mädchen.
Weitere Mitglieder haben die Feuerwehren in den Ehren- und Altersabteilungen (72) und in den Musikabteilungen in Kolmbach und Winterkasten (57).
Großes Interesse an LehrgängenAn den Lehrgängen des Feuerwehrverbandes herrscht reges Interesse. Wie Reinhard Fink auflistete, hatten Matthias Pfeifer aus Winterkasten den Lehrgang "Löschen von Gasbränden" und Monika Müller aus Winterkasten den Lehrgang "Sanitäter bei der Feuerwehr" sowie den Truppführerlehrgang absolviert. Axel Linzmeier aus Lindenfels war ebenfalls beim Truppführerlehrgang. Die Grundlehrgänge absolvierten Tina Arras und Sonja Schepula aus Lindenfels, sowie Gabriele Schneider, Beate Hoeppner, Claudia Emig, Elke Steinmann, Kim Hübner, Martin Ullrich und Daniel Seyfarth aus Schlierbach.
Wichtig sind dem Stadtbrandinspektor die Atemschutzlehrgänge: "Die Begehung der Strecke in Bürstadt wurde von allen Wehren durchgeführt." Dennoch seien von den 66 gemeldeten Atemschutzgeräte-Trägern im Stadtgebiet aus gesundheitlichen Gründen nur 54 einsetzbar.
Die Feuerwehren der Stadt Lindenfels und den Stadtteilen sind immer bereit, aus Vereinsmitteln Geräte anzuschaffen, "zum Schutze des Brandschutzes für die Bevölkerung". Unterstützt werden sie dabei durch die Stadt Lindenfels. Im Verwaltungshaushalt 2008 der Stadt wurden für die Feuerwehren 91 000 Euro ausgegeben. Im Vermögenshaushalt sind Ausgaben in Höhe von 311 000 Euro übernommen worden. Knapp 250 000 wurden für den Neubau des Gerätehauses in Schlierbach aufgewendet, 56 000 Euro für die Anschaffung des neuen Einsatzleitwagens für Lindenfels.
Hohe Kosten durch DigitalfunkIm Jahr 2010 soll der analoge Funk bei den Feuerwehren abgeschafft und durch Digitaltechnik ersetzt werden. Derzeit rechnet man mit Kosten von über 160 000 Euro für die Umstellung. Die Übernahme ist von der Stadt schon beschlossen.
Nach der Meinung von Stadtbrandinspektor Fink wäre es gut, den Zuschuss der Stadt für Führerscheinprüfungen zu erhöhen. Seit 1991 bekommen Mitglieder der Feuerwehr, die bereit sind, den Führerschein für schwerere Fahrzeuge zu erwerben, einen Zuschuss von 250 Euro. "Damals kostete der Führerschein umgerechnet 900 Euro, heute sind es 2000 Euro", berichtete Fink. Mit dem Standard-Führerschein (Klasse B) dürfen nur noch Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen Gewicht gefahren werden. Selbst das bei den Feuerwehren übliche Tragkraftspritzenfahrzeug ist schwerer.
Zum Abschluss seines Berichtes betonte der Stadtbrandinspektor, dass jeder sich bei den Einsätzen und Inspektionsübungen davon überzeugen kann, "dass wir eine gut ausgebildete Feuerwehr haben". Er plädierte dafür, notwendige Reparaturen an Gerät und Fahrzeugen sowie Beschaffungen nicht aufzuschieben. (Text: Bergsträßer Anzeiger)